Kategorie: GESCHRIEBEN

Sofern Mich die Muse küsst, schreib Ich ab und an auch mal etwas, seis ein Gedicht oder auch eine Kurzgeschichte. Kurzum: Mein kreatives Geschreibsel…

Tausend Türen

Nicht neu, ziemlich alt sogar, genaues Datum hab Ich nicht mehr, schätze Ich hab es so um 2002 herum geschrieben. Es scheint irgendwann versehentlich gelöscht worden zu sein und ist mir eben beim durchsehen eines Archives aufgefallen. Jetzt ist es wieder da! 😉

leer und ausgebrannt,
steh ich vor der wand,
in ihr tausend türen,
weis nicht wohin sie führen,
seh in den spiegel,
und den mensch den ich erblick,
der hat mich nicht erkannt…

steh still,
die welt dreht sich um mich,
ich will,
hinaus,
hindurch,
hinweg,
von mir,
will nur zu dir,
will tanzen,
laufen,
springen,
doch in mir ist leere lethargie,
lähmt mich,
bremst mich,
hält mich gefangen,
in grübelei und zweifel,
selbst zu träumen fällt mir schwer,
von dir,
von mir,
von uns,
in mir hält die nacht einkehr,
ich seh dich lachen,
hör deine stimme,
wünschte du wärst hier,
ich suche trost bei dir,
will trost dir geben,
mit dir leben,
für dich da sein,

doch ich fühl mich leer und ausgebrannt,
steh vor der wand mit tausend türen,
kann mich nicht entscheiden,
welche wird mich zu dir führen?

Updated: 1. April 2021 — 12:31

Flachwitzgedicht

im tiefen kalt
da stehen bäume,
und dazwischen zwischenräume,
namentlich ein wald,
wo ein rudel gurken joggt,
und auf ´nem ast,
ein huhu hockt,
leise winkt er zu,
der heule,
die da weinet auf dem baum,
weil in einem zwischenraum,
die hagenutte sich frostituiert,
im tiefen kalt

Ich hab soviel zu sagen

Ich hab soviel zu sagen,
Drum schreib ich ein Gedicht,
Doch fang mich an zu plagen,
Das reimen liegt mir nicht.

Also versuch ich es mit Klang,
Saitenlaut und Bassgesang,
Doch leider klingts nur gruselich,
Ein Liedermacher bin ich nich.

Und nun? Was tun?

Ich nehme einen Pinsel,
Und male mir ein Bild,
Vielleicht von einer Insel,
Am Ende ist es mehr ein Schild.

Das alles wird mir jetzt zu bunt,
Tu ich halt meine Meinung kund,
Ich werd mir ein paar Brote schmiern,
Und geh mit meinem Schildchen demonstriern!

Der linke Flügel

Der linke Flügel der Partei,
vom Rest sich separiert.

Man will nicht sein, so wie die “andern”,
auf eignen Wegen will man wandern,
hält sich für politisch Sauber,
doch ists genauso fauler Zauber.

Denn schaut was hier geschieht,
die selbe Qual:
der linke Flügel,
vom Rest apart,
zur Wahl,
zum flinken Lügel ward…

Updated: 2. September 2008 — 17:45

Der Seelenbaum

Irgendwo im Lebensraum,
steht unter Novemberwolken,
tief im öden hier und jetzt,
der Seelenbaum.

Die Krone,
ohne Blätter,
nackt zerfetzt,
umflattert von Gedankenraben,
die Äste abgebrochen,
von Sorgenspinnen,
ganz benetzt.

Der hohle Stamm,
gebeugt,
verdreht,
voll wunder Risse,
umrankt von Trauerrosen,
die mit scharfen Dornen,
ihn liebkosen.

Rinde verklebt,
mit Tränenharz,
schwarz wie Blut geronnen,
quillt aus alten Schrunden,
glitzert kalt wie Quarz.

Die Wurzeln morsch und taub,
zernagt von Grübelratten,
tief gekrallt,
wie bleiche Knochen,
in den sauren Staub.

Er ächzt und wankt so alt,
es lacht kalt,
die schwarze Dame,
die ihn hegt,
und tanzt,
in seinem Schatten.


Updated: 21. Juli 2008 — 23:08