Die Hitze liegt seit Tagen schon wie eine alte staubige und versiffte Glasglocke über der Stadt. Tagsüber dünstet man im eigenen Saft und Nachts dünstet man in der Stauhitze die aus den Mauern kommt weiter. Das Brummen des Ventilators gehört mittlerweile bereits zum gewohnten Hintergrundrauschen und die Haut war diese Woche noch keine 5 Minuten wirklich richtig trocken.
Man ist ständig irgendwo klamm und pappig. Erholsamer Schlaf ist Mangelware. Die Gewitter ziehen ständig an der Stadt vorbei und entladen sich sonst wo. Es hat hier seit Tagen nicht mehr geregnet, obwohl eine ganze Menge Wasser am Himmel hängt. Der Dunst lässt den Himmel aussehen wie altes Blech. Das bisschen warmer Wind bewegt draussen lediglich abgestandene Luft, genauso wie die Miefquirle in den Büros ein Gemisch aus Körperwärme und Schweisdampf von A nach B schaufeln. Obwohl man sich ständig irgendwelche Flüssigkeiten in den Schlund kippt fühlt sich dieser nur noch rauh und wund an, man hat andauernd irgendwelchen Dreck im Hals und gegen Feierabend versagt zunehmends die Stimme. Man fühlt sich nur BÄH weil man am Stuhl KLEBT und das Deo schon seit Stunden aufgegeben hat. Einfach nur widerlich! Der appetit vergeht einem, man isst, trinkt, atmet, lebt nur noch mechanisch, nur keine Hektik, nur keine unnötige Anstrengung. Blos nicht noch mehr ins Schwitzen geraten. Das ist kein schöner Sommer mehr. Das ist Treibhauseffekt live!
Ich wünsche Mir einen langen, kühlenden Regen, oder auch ein reinigendes Gewitter.
BITTE!!!
